Offener Brief: Liquid Democracy in der Piratenpartei

3. January 2011

Liebe Piraten,

wir hatten uns September 2009 dazu entschieden eine Liquid Democracy Softwarelösung zu entwickeln, da innerhalb und außerhalb der Piratenpartei stets von den Konzepten geredet wurde, bis dato jedoch keine Software am Horizont zu erkennen war, die diese Konzepte umsetzen konnte.

Kurze Zeit nach unserem Entschluss gab es auch schon den ersten Prototypen – schließlich gab es Anfang 2010 die ersten Gehversuche im Landesverband Berlin. Nach zwei weiteren Monaten entschloss sich der Berliner Landesverband sogar, das Prinzip der Liquid Democracy in der Satzung zu verankern.

Leider wurden uns bei unseren Bemühungen, LiquidFeedback auf Bundesebene der Piratenpartei voranzutreiben, erhebliche Steine in den Weg gelegt. Auch wenn sich eine Mehrheit des Bundesparteitags in Bingen für eine Einführung eines LiquidFeedback-Systems aussprach, so zermürbte uns ein Teil der Gegner eines solchen Systems auf eine Art und Weise, über die wir damals noch nicht zu reflektieren vermochten.

Wir sind der Meinung, dass der Bundesvorstand das System nicht auf angemessene Weise installiert hat. Eine ordentliche Akkreditierung der Piraten – geschweige denn eine zeitnahe Sperrung ausgetretener Mitglieder – findet bis heute nicht statt. Die vielfältigen Forderungen einer möglichst anonymen Beteiligungsmöglichkeit an der installierten LiquidFeedback Plattform führten zu einer derartigen Verkomplizierung der Prozesse, dass in der Praxis niemand eine Übersicht darüber hat, hinter welchen Accounts tatsächlich ein stimmberechtigtes Mitglied steht.

Für viele Anregungen von Kritikern und Befürwortern des Systems sind wir sehr dankbar. Die Erfahrungen des Einsatzes der Software innerhalb der Piratenpartei stellen unserer Meinung nach einen sehr großen gesellschaftlichen Wert dar.

Die Wünsche der Möglichkeit einer möglichst anonymen Beteiligung an der Parteiarbeit können wir verstehen. Unvereinbar mit der Notwendigkeit politischer Transparenz finden wir jedoch den Wunsch, den Parteimitgliedern, die sich lediglich anonym beteiligen wollen de facto ein Mitentscheidungsrecht einzuräumen.

Aufgrund unserer Erfahrungen, die wir im Jahr 2010 in der Piratenpartei gemacht haben, möchten wir das Projekt LiquidFeedback bis auf weiteres nur noch außerhalb der Piratenpartei aktiv vorantreiben. Die Nutzung von LiquidFeedback steht der Piratenpartei und anderen Parteien weiterhin als Angebot offen. Angenommen und ordnungsgemäß umgesetzt werden muss dieses Angebot jedoch zukünftig von euch, denn wir haben keine Kraft mehr.

Auch wenn wir uns bezüglich LiquidFeedback bis auf weiteres nicht mehr auf Bundesebene der Piratenpartei engagieren werden, bleiben wir weiterhin Piraten, denn die Vorstellungen einer Mehrheit der Mitglieder der Piratenpartei decken sich mit den unseren. Wir werden LiquidFeedback als Softwareprojekt fortführen und gegenüber konstruktiven Anregungen aus der Piratenpartei offen sein. Wir bitten jedoch zu bedenken, dass auch wir nur über begrenzte Ressourcen verfügen. Für Hilfe sind wir stets dankbar.

Jan Behrens (jbe), Björn (darkbln), Andreas Nitsche (skipper)

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80 Responses to “Offener Brief: Liquid Democracy in der Piratenpartei”


  1. Liebe Entwickler,

    ich habe auf dem Vorstandsportal folgende Stellungnahme veröffentlicht: http://vorstand.piratenpartei.de/2011/01/06/stellungnahme-zum-offenen-brief-der-liquidfeedback-entwickler/

    Auch mir bleibt nur, euch von ganzem Herzen für eure tolle Arbeit zu danken.

    Gruß

    Christopher


  2. […] durch den offenen Brief der Entwickler von LiquidFeedback einige Fragen zum Betrieb von LiquidFeedback auf Bundesebene […]


  3. […] durch den offenen Brief der Entwickler von LiquidFeedback einige Fragen zum Betrieb von LiquidFeedback auf Bundesebene […]

  4. RP Says:

    ups, und weiter…
    das die vielen Gegner sich nicht einmal die Mühe gemacht haben die guten Absichten der Entwicklern zu verstehen, bzw zu würdigen um in eine sachliche Diskussion einzutreten, zeigt mir, wes Geistes Kind die sind.
    Da werden wir noch viele Probleme an anderer Stelle bekommen.
    Aber das Gejammer nützt jetzt auch nichts mehr. Ich fände es gut, wenn es uns irgendwie gelingen könnte, den Entwicklern unsere Anerkennung und Dankbarkeit für ihre Arbeit rüberzubringen. Durch mein Versäumnis kann es leider nur im Nachhinein geschehen.
    Vielleicht kommt ihr mal auf einen kostenlosen Abend in den Kleinen Buddha und schlemmt euch durch die Speisekarte? Essen und Getränke frei…Dies ist also eine ganz herzliche Einladung von Inken und mir.
    RP

  5. RP Says:

    Ich hab jetzt nicht alle comments gelesen, muss aber sagen, dass ich mir starke Vorwürfe mache, mich nicht, aber auch wirklich gar nicht darum gekümmert zu haben, dass es unseren liquid Entwicklern gut geht. Ich war so naiv zu glauben, dass allein die Evidenz dieser fantanstischen SW ausreicht, wie eine Killerapplikation die Partei in einem Rutsch zu einen und zu begeistern.
    Das wir derartig viele Gegner haben, die sich noch nicht mal die Mühe gemacht haben, wirklich zu verstehen, was mit li

  6. / Says:

    Man kann sich zu diesem Thema jetzt ausgiebig auslassen, und ich wette, dass dieses Thema die ML auch die nächsten 2 Tage vollständig einnehmen wird und größtenteils nur nicht-zielführend rumgeblubbert wird, aber man kann sich auch kurz fassen:
    Ich bin relativ aktiv, bekomm’ auf allen Ebenen relativ viel mit, was so vor sich geht, und aus meiner
    Sicht waren die Bemühungen, LQFB zu verbessern, bislang fahrlässig unzureichend.
    Teils lag’ das an der Kritiker-Seite, die sich viel lieber in destruktivem Groll und Protest, als konstruktiver
    Mitgestaltung übten, teilweise an der Entwickler-Seite die sich sowas von gar nicht auf die Basis zubewegten. Mein Eindruck, fühlt euch nicht persönlich angegriffen; bedenkt, dass nicht jeder Aktive
    bereit ist, die Zeit aufzubringen, um auch dem letzten Blog hinterherzusteigen, um auch ja an allen
    Fronten up-to-date zu sein.
    Von einigen empfundene Datenschutz- und Privatsphäremängel und sogar Zustellungs-Probleme
    des Registrier-Codes zu Piratenpartei-Mitgliedern sind entscheidende Problemfelder, die ich gänzlich unbeackert sehe.
    Und genau deshalb, weil ich diese Problemfelder als unbehandelt und behandelbar (!), seh’ ich es nicht ein,
    dass sich die Piratenpartei vom LQFB abwendet.

    Insbesondere für dieses Totschlagargument “Anonymität und Funktion schließt sich aus” habe ich kein
    Verständnis. Man kann Transparenz und Anonymität im LQFB sehrwohl mit einander vereinbaren ( http://www.netzpolitik.org/2010/liquid-anonymitat/ ); man macht es nur nicht.

    Zusatz:
    Das Bedauern über den Rückzug der Entwickler ist breit und groß. Doch richtig im Alltag regelmäßig genutzt, haben LQFB die wenigsten. In meinem Umfeld bin ich der einzige, dessen letzte Tätigkeiten im LQFB nicht länger als 2 Monate zurück liegt (ich schau’ alle 1 bis 2 Tage vorbei). Vor diesem Hintergrund erscheint mir das Bestürzen der Basis jetzt so wie bei einem Kind, das ja unbedingt ein Haustier haben wollte und sich auch die ersten paar Monate vorbildlich darum gekümmert hat, doch mit der Zeit überhaupt nichts mehr damit macht, und dann auf einmal groß Rumjammern, wenn die Eltern ihnen das Haustier wegnehmen, weil es so keinen Sinn macht.

    Viele Grüße,
    /

  7. Peter Pan Says:

    Ich wäre ja dafür, dieses Liquid Democracy Zeugs einfach per Facebook-Account-Verifizierung zu machen.

  8. webrebell Says:

    Zitat von Unheilig: “Es tut noch weh wieder neuen Platz zu schaffen, mit gutem Gefühl etwas Neues zuzulassen.”

  9. webrebell Says:

    Jetzt beginnen wieder die Schuldzuweisungen.

    Passt auf, das Projekt war doch von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Allein, dass es ein PARTEIprojekt wurde (beschlossen auf dem Bundesparteitag 2010.1), war mir vornherein klar, dass es Tote geben wird. Denn jeder wird daran sich beteiligen um sich das Projekt so zurecht zu biegen, dass es den eigenen nicht aber der Gruppe dienlich wird.

    Mein Vorschlag bleibt weiterhin bestehen und ich sehe jetzt eine reele Chance, dass das durchgezogen werden kann. Lagert die Entwicklung von Liquid Feedback in einen externen Verein aus, stellt Releases unter freie Lizenzen und nutzt die Möglichkeit nach eigenen Vorstellungen zu programmieren.

    Etherpad wird nun von einer OS-Community, die Wiki Software im Prinzip von der Wikimedia Foundation, phpBB wird auch von einer OS-Community entwickelt und keine dieser Projekte steht mit einer Partei oder Unternehmen (im Moment) in Verbindung.

    Lagert also die Entwicklung in den Liquid Democary e.v. aus und startet das Projekt LQFB 2.0. Neben anderen Projekten wie Liquidizer wird das Projekt wieder aufleben.

    Ich danke euch für eure Mühen!

    viele Grüße

    webrebell

    • Jan Behrens (jbe) Says:

      Die Entwicklung der Software war von Anfang an von der Partei unabhängig und wird es auch weiterhin sein.

      Siehe: http://www.public-software-group.org/liquid_feedback

      Trotzdem haben wir uns als Parteimitglieder sehr große Mühe gegeben, die Partei beim Einsatz der Software und einem ordnungsgemäßem Betrieb zu unterstützen. Genau diese Mühen können wir zukünftig nicht mehr aufbringen.

      Wir werden die Entwicklung der Software fortführen.

  10. Liz Says:

    Lugo: “Die Merheiten auf dem PP-Tag gab es doch nicht aus Spass!”

    Damit ist alles gesagt, unfähiger Vorstand 😦

  11. Dexter Says:

    Sehr traurig. Ein solches System wäre /die/ Chance für die PP gewesen, sich real von anderen Parteien abzusetzen.
    Bestimmt die innere Entscheidungsfindungsstruktur einer Partei doch deren äußeres Wirken ganz wesentlich.

    Das Projekt ist avantgardistisch und unserer Zeit (hoffentlich!) sehr weit voraus. Man wird sehen, wie die Idee zukünftig bewertet wird.

    Alles Gute für die Zukunft!

  12. wiesieesimmerschaffen Says:

    unser konsum(un)bewustsein sitzt tiefer, als wir glauben.

  13. Allan Wegan Says:

    Die Piratenpartei ist noch nicht reif. Wartet ein par Jahre ab. Wenn sie das erste Mal über fünf Prozent gekommen sind – und danach dann wieder unter fünf Prozent fielen – werden sie vieleicht mehr reflektiert haben und sich sicherer sein, wie viel Transparenz das Vertrauen der Wähler erfordert.

    Hoffen wir nur, dass diese Partei nicht auch irgendwann als grüne Atomausstiegsausstiegspartei endet, die Kriegseinsätzen zustimmt und kein Problem mit der Vorratsdatenspeicherung hat…

  14. Peter Says:

    Euch dreien ein dickes Danke, und bitte das Projekt weiterfuehren. Ich glaube, das Tool muss erst mal einen Marsch durch die Institutionen machen (BIs, ueberregionale Vereine,etc.), hat danach aber eine grosse Karriere vor sich.

    An die Adresse des Rests der PP: ihr scheint den Stopsel in der Bilge ja endlich gefunden zu haben – Klarmachen zum Absaufen.

    Mach ich halt wieder bei allen Kreisen ein Kreuzchen…

  15. Ein Pirat Says:

    Ach, wie ich das liebe: Weinerliche, selbstbemitleidende offene Briefe. Zweierlei bleibt festzuhalten: Liquid Democracy ist ein hervorragendes Konzept, aber Liquid Feedback ist und bleibt eine mittlere Katastrophe. Kaum zu bedienen, überstrukturiert, unübersichtlich. Darüberhinaus werden wesentliche Transparenzfeatures abgelehnt, wie z.B. die Nachricht über weiterdelegierte Delegationen.

    Ihr habt euch sicherlich viel Mühe gegeben, und viel Herzblut darin versenkt, aber leider ist das Ergebnis nicht so gut gelungen. Nicht verzagen. Bei einem LQFB 2.0 bin ich wieder dabei.

    • Jan Behrens (jbe) Says:

      Der Ablehnung von Transparenzfeatures kann ich nicht folgen. Es war stets unser Ziel, soviele Informationen wie möglich offenzulegen. Wessen Delegationen wie benutzt wurden lässt sich dem Datenbankdownload entnehmen. Im Frontend sind diese Informationen prinzipiell auch verfügbar, auch wenn Such- und Benachrichtungsoptionen noch fehlen. Mit der Hervorhebung in Unterstützer- und Abstimmungslisten desjenigen Accounts, der die eigenen Delegationsstimmen erhalten hat, haben wir einen ersten Schritt getan, diese Informationen leichter zugänglich zu machen.

      Weitere Arbeit sollte folgen – für Hilfe sind wir wie gesagt stets dankbar.


      • Die Offenlegung von Information war ja das Problem, an dem die Software scheitern musste. Delegation beruht darauf, dass ich demjenigen vertraue, dem ich meine Stimme delegiere. Dafür muss ich ihn kennen. Damit ist die Anonymität im System allerdings hinfällig und an dessen Stelle tritt eine Totalüberwachung nahezu aller politischer Meinungen unserer Mitglieder. Spätestens hier sollte doch denjenigen, die unsere Grundsätze, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung sowie die Datenschutzgesetze kennen, der Widerspruch, ja die Unmöglichkeit in der Umsetzung auffallen. Die naive Freude über ein Stück “Basisdemokratie”, für das allerdings das Recht auf freie Entscheidung ohne Gruppenzwang mit gleichberechtigter Stimme (ohne Delegation: 1 Stimme, mit delegierten Stimmen: n Stimmen) aufgegeben wird, kann ich absolut nicht nachvollziehen. Das ist keine “Basisdemokratie”, sondern ein soziokulturelles Abbild einer Gesellschaft, die auf Beliebtheit basiert und dem Schutz der individuellen Meinung so gut wie keinerlei Bedeutung beimisst. Hätte die CDU so ein Projekt gestartet, wäre es zu Proteststürmen gekommen.

    • sHR00m Says:

      “Ach, wie ich das liebe: Weinerliche, selbstbemitleidende offene Briefe.”

      es sind die geistigen kleinrentner in DEINER PARTEI, die das projekt torpediert haben, bis davon nicht mehr übrig war, als ein ted im tele text. dass so ein kastriertes projekt keinerlei politischen nutzen haben kann ist bereits klar, bevor man es realisiert. hey, macht doch gleich einen 0900 telefon ted draus. das geld können die piraten sicher brauchen. erst rechtspopulisten, dann pädophile, nun falscher datenschutz, wo man ihn niemals gebraucht hätte und anscheinend vollkommen beratungsresistent gegenüber einfachsten zusammenhängen, wieso gewisse dinge, wie nachvollziehbarkeit bei so einem projekt teile des grundkonzepts sein müssen. die piraten haben ihre chancen nun oft genug verspielt und werden in der nächsten wahl sicher keinerlei bedeutung mehr haben. schade, fing deutlich besser an. bei der letzten wahl habt ihr VIELE intellektuelle mobilisiert und die meisten davon garantiert schon wieder vergrault.


  16. Schade das ihr das Bundesliquid aufgebt weil ein paar Leute das Prinzip von LQFB nicht verstanden haben. Immerhin haben 3000 Leute LQFB auf Bundesebene Aktiv genutzt!

    Ich hoffe nur, auch für den LV LSA, das ihr weiterhin die Landesinstanzen unterstützt!

    Grüße
    Henning

  17. Frank Says:

    Schade, schon wieder eine Geschichte, die nach außen hin den Eindruck erweckt, dass sich die Piraten selbst demontieren. Als die Partei die Bühne betrat, hatte ich einige Hoffnungen damit verknüpft. Ein Sympathisant, wie es früher so schön hieß. Zur Zeit sieht es danach aus, als könnte es nur dabei bleiben…


  18. PP-LF ist tot, hoch lebe openLF!

  19. M. Kleiser Says:

    Erst mal vielen Dank für euren Einsatz.
    Ich sehe das Hauptproblem darin, dass das Tool auf der Grenze “Pirvatsphäre für den einzeln Bürger” / “Transparenz in der Politik” gebaut war.
    Und das, owohl das nicht wirklich ausdikutiert war.
    Da kann das Tool dann noch so gut sein.
    Ich habe damals in Bingen das Problem gesehen, aber weil damals fast jede Programmentscheidungen mit überlangen Personalwahlen und GOs blockiert wurden (in Chemitz war es dann deutlich besser) habe ich dann doch für die Einführung gestimmt.

  20. Christian Says:

    Was ich völlig unverständlich finde ist, dass (fast?) alle Piraten bei Wahlcomputern eine sehr eindeutige Meinung haben ( = ist nicht machbar), aber umgekehrt Anonymität in einem IT System wie LQFB gefordert wird.
    Das ist ein Widerspruch an sich.

    Extrem schade (bis nicht publizierbar) finde ich, dass durch ewige Diskussion und Bremserei die Motivation der Aktiven Stück für Stück sabotiert wird. Eigentlich ist es nur noch eine Frage der Zeit bis es durch Antriebslosigkeit zum Schiffbruch kommt.

    Dabei hat die Partei – bzw. die aktiven Mitglieder – mehrmals gezeigt, wie schlagfähig sie sein kann. LQFB ist ein hervorragendes Beispiel dafür: Als der erste Prototyp released wurde dachte ich: “Wie, jetzt schon? Wow!”

    Das ist aber kein Piraten Problem, sondern vielmehr ein gesamtgesellschaftliches: Auf jeden Visionär kommen mindestens 10 “Ja aber”-Sager. Deshalb ist auch so viel “alternativlos”.

  21. Maik Says:

    Wirklich schade. Da wird endlich mal was in der Praxis angegangen, was die Piraten verändern wollen und dann wird das auch noch tatsächlich mit alle Mitteln versucht zu blockiern. Und zwar nicht von Ewiggestrigen aus dem Lager der politischen Gegner, sondern von einigen Piraten selbst.

    Ich habe mir fast schon unzählige Abende um die Ohren geschlagen um der Disskussion um LF zu folgen. Vor allem deshalb, weil ich einfach nicht kapiert habe, wie man nur so verbissen drüber streiten kann, und dabei zusehends kompromisslos in den Tod rennt.

    Sowas macht wütend.

  22. Ben Says:

    Tja, Hoffnungen gehabt, Hoffnungen verloren. Ich weiß nichts über die Hintergründe, aber dieses Hickhack alleine macht die PP für mich unwählbar.

  23. Ava Odoemena Says:

    Das ist schade und traurig dass es so weit kommen musste. Da finde ich die vielen Kommentare a la “vielen Dank für die Arbeit” befremdlich. Offensichtlich haben einige die Tragweite nicht begriffen.

    Aber was auf jeden Fall nicht kaputt gemacht werden kann ist die Idee. Denn die ist aus dem Sack…

  24. Nero Says:

    Eine geheime Wahl mit Maschienen ist nun mal nicht möglich, und eine wirkliche Demokratie ohne Computer/Internet auch nicht.

    Also kann es gar keine anonymes feedbacksystem geben.

    schade, mal sehen welche partei nun so etwas als erstes einführt

  25. Stephan Eisvogel Says:

    Von der bundesdeutschen Fraktionsdemokratur anno 2011 blättert der Putz. Stellt man sich als Pirat auf die Straße, erfährt man Adjektive, die der deutsche Michel der Politik heutzutage zuschreibt: Unglaubwürdig, unfähig, korrupt, unsozial, intransparent, und so weiter und so weiter.

    Macht uns Wikileaks derzeit die Krise politischer Glaubwürdigkeit bewusst, indem sie mit den Depeschen zeigen, /wie/ oft es eine offizielle und dann die andere, “echte” Version von einer Geschichte gibt, zeigte Stuttgart 21 gleichsam als Ventil die verbreitete Unzufriedenheit über unsere bundesdeutsche Partizipationssimulation.

    Letzterem eine Alternative entgegenzusetzen, war und ist das Ansinnen von Liquid Feedback. Ist das System “grossserientauglich”? Sicher nicht. Overengineered? Vielleicht. Aber zur Hölle mit den ganzen Unkenden hier, die nicht begreifen können oder wollen, daß diese Fehler /alle/ gemacht werden müssen um zu lernen. Lernen durch Schmerz.

    Ob Entscheidungsfindung so brutal direkt-demokratisch sein muss, wie Liquid Feedback es vorsieht, bezweifele ich. Kein Lebensmittel beschreibt die Inhalte mancher LF-Initiativen gleich in zweierlei Hinsicht so kompakt und treffend wie Weinkäse.

    Darf man alles aber auch nicht so eng sehen. In einem System, das einen Pofalla und Niebel zulässt, haben wir wahrlich alle Chancen.

  26. Lars Says:

    Vollkommen nachvollziehbar. Finde es toll, dass ihr trotz offenkundigem und berechtigtem Frust dennoch Piraten bleibt.

  27. Marc Says:

    Ich hätts schon viel früher hingeschmissen. Wer braucht schon einen Wahlcomputer.

    Die Piraten werden – so traurig ich das finde – bei den Wahlen dieses Jahr vermutlich unter 1% landen.

    Danke für eure Arbeit. Bitte macht mit der Entwicklung trotzdem weiter, und dann bitte so, das der ursprüngliche Gedanke wieder verfolgt wird.

  28. fehu Says:

    Hach Ihr Lieben,

    ich kann Eure Enttäuschung und Wut aus tiefstem Herzen nachempfinden.
    Einmal mehr zeigt sich, dass direkte Demokratie und Entscheidungsfindung von unten nach oben nicht mit einem Parteiensystems kompatibel ist.
    Mittelbare Demokratie ist einfach ein Anachronismus, die Piratenpartei nur ein gutgemeinter Versuch.
    Bitte lasst den Kopf nicht hängen und erkennt wie wertvoll Liquid Feedback für den Nichtwähler, der sehr wohl parteiverdrossen aber nicht politikverdrossen ist, sein wird.
    Ich zähle auf euch, dass Ihr nach einer Zeit der Erholung und Besinnung mit noch mehr Kraft und Leidenschaft ans Werk geht.
    Ihr seid nicht allein!

    Mit freiheitlichen Grüssen

    Fehu

  29. john Says:

    Anfangs war ich von LQFB total begeistert und habe mich auch sehr aktiv beteiligt. Als jedoch jbe und andere plötzlich anfingen die Klarnamenspflicht zu fordern, war LQFB für mich gestorben. Da wurde sehr viel Vertrauen zerstört. Mit mehr Feingefühl hätte man sicherlich mehr erreichen können.

  30. maxen Says:

    Wie schmückte sich schon Frau von der Leyen mit fremden Federn ohne den Urheber zu nennen .. Johann Wolfgang von Goethe:

    Auch aus Steinen,
    die in den Weg gelegt werden,
    kann man etwas Schönes bauen.

    Also baut etwas Schönes(Gutes) im Nutzen der Energie aus der Entscheidung der Partei für Eure Arbeit. Ich beobachte die Entwicklung (DANKe dafür) mit großem Interesse.

  31. padeluun Says:

    Ich kann Euch sehr gut verstehen. Ich denke aber, Ihr werdet Kunden finden, die Euer System haben wollen, so dass die Arbeit nicht komplett umsonst war.
    Wie immer hoffe ich, dass die Crowd aus Eurem Offenen Brief etwas lernt.

  32. Don_X Says:

    Großen Dank an die Entwicklern. Ich konnte die Argumente gegen LF (mangelnder Datenschutz) noch nie recht nachvollziehen. Jede Mailingliste der Piraten bietet bessere Möglichkeiten, Profiling zu betreiben. Aber da schreit komischerweise keiner. Wenn man in die Politik will, muss man auch irgendwann seine Rübe aus dem Fenster halten. Politiker mit Papiertüte über dem Kopf wählt nämlich keiner.

  33. TeeJay Says:

    Wirklich schade, dass ihr euch zu diesem Schritt genötigt seht. Liquid Feedback war wirklich eine schöne und auch wichtige Idee und ich danke euch für euer Engagement! Ich hoffe, dass ihr euch doch nochmal anders entscheidet. Hier scheint es ja auch einigen Zuspruch zu geben. Ich weiß, dass das die ellenlangen Diskussionen nicht wett macht, aber vielleicht hilft dies etwas über den Frust hinweg.

  34. JohannQ Says:

    Danke für die investierte Arbeit. Schade, dass das nicht geklappt hat. Mindert meine Hoffnung, dass die Piratenpartei in absehbarer Zeit mal erwachsen wird doch erheblich.

    Bob hat in etwa meine Meinung getroffen, zu LiquidFeedback, bzw. den Widerständen dagegen.


  35. Sehr schade aber verständlich. Vielen Dank für Euren Einsatz und viel Erfolg bei der Weiterentwicklung der Idee 🙂

  36. Tom Says:

    Gerade eben haben wir eine eigene private Instanz zum Probieren und Erfahrungen sammeln aufgesetzt. Danke für euer Engagement und danke, dass ihr euch nicht entmutigen lasst. Das Projekt ist sehr vielversprechend und es ist schade, dass besagte Steine in den Weg gelegt wurden.

  37. FS Says:

    Damit sind die Piraten für mich gestorben.

  38. lugo Says:

    Ja Danke sagen reicht da nicht, Jungs;
    mal bei Bundesvorstand anklopfen und fragen was
    der Mist soll, dass sollte passieren;
    und zwar 100-fach
    Wenn selbst der Bundesvorstand nicht erkennt das LQFB
    als neues Instrument der demokratischen Teilhabe eingefuehrt gehoert dann tut es mir echt Leid um die PP…
    Die Merheiten auf dem PP-Tag gab es doch nicht aus Spass!

  39. Florian Says:

    Das ist doch schade. Da dacht ich, ich trete einer jungen, strebsamen und innovativen Partei bei, die meine Interessen abdeckt. Dann muss ich feststellen, dass es nach 1 1/2 Jahren schon fast so zugeht wie bei den Großen, den ich ja entkommen wollte. Also meine Bitte an alle: Reißt euch bitte zusammen und resigniert nicht.

  40. Larson Says:

    So musste es wohl kommen.

    Ich wünsche Euch die Kraft, die Software weiterentwickeln zu können. Vielleicht werden Euch jetzt weniger Steine in den Weg gelegt.

    Ich hoffe auch, dass die Parteibasis sich deutlich für den weiteren Einsatz von LQFB ausspricht, auch wenn die Partei die Chance vertan hat, auf die Entwicklung Einfluss zu nehmen.

  41. kcr Says:

    Danke für die Arbeit.
    Hoffentlich hat irgendwann irgendeine Gruppe genug Rückrat um das Prinzip das ihr zustande gebracht habt, auch sinnvoll einsetzen zu wollen.

    Bis dahin werde ich mich nach der ernüchternden Präsentation der Piraten wohl wieder zu einem “Nichtwähler” bzw zu einer Ungültigen Stimme entwickeln.
    Das Austrittschreiben ist ebenfalls schon geschrieben und verpackt.
    Einer neuen SPDCDUFDPGRÜNELINKE Soße mit lediglich anderem Namen muss ich nicht angehören.
    Und mehr scheint dieser Bürokratisch gewordene Verein ja auch nicht mehr zu sein.
    Schade drum.

  42. Gerwald Brunner Says:

    Auch erstmal danke für die bisherige Arbeit.

    Leider kenn ich mich in Sachen programmierung nicht besonders gut aus würde aber wenn ich etwas mehr Wissen hätte das ganze weiter führen wollen einfach nur um zu zeigen das es weitergeht trotz Aluhutträger.

    Grade wir als vorgebliche IT-partei sollten mal unsere wenigen IT Menschend ie für uns freiwillig arbeiten mehr Hi8lfe zukommen lassen wenn möglich auch mal Geld geben sodaß nicht der eindruch entstehen kann das man da mehrere 1oo Arbeitsstunden in den sand gesetzt hat ohne Wirkung.

  43. Yuri Says:

    Danke fuer eure Arbeit. Ich fand LQFB sehr gut, auch wenn ich es nur selektiv benutzt habe. Zwar kenne ich die Details nicht, denke aber, ihr werdet eure Gruende haben. Schade ist es allemal, aber ich finde es gut, dass ihr weitermacht. Vielleicht ist es ja sogar besser auf diese Weise.

    Mehr faellt mir grad nicht ein. Danke fuer LiquidFeedback.

  44. Bob Says:

    Moin Leute, ich denke ihr macht den richtigen Schritt. LFB und die ganze Randgeschichte war für mich der Grund NICHT den Piraten beizutreten. Wer offen fordert das jeder Politiker bei Abgeordnetenwatch antwortet, jedes Regierungsdokument bei Wikileakes haben will und über jede Entscheidung am liebstens eine Bürgerbefragung haben will muss halt auch den Arsch in der Hose haben zu seiner Transparenz zu stehen. Gerade das anonyme Rumgetrolle ist doch ein Problem jedes kooperativen System in der weiten Welt des Internets. Eine klare Bindung an einen Mitgliederausweis (ja auf sowas könnte man ja einen randomkey speichern) und an “Namen” (seien es nun Klarnamen oder Pseudonyme) finde ich halt als wichtig. Und es muss halt durchgesetzt werrden das EIN Tool genutzt wird. Das atte mich ja immer gefrustet bei den Piraten der Anfangszeit, Mailingliste hier Stammtisch da Wiki dort und wo kommt der Vorschlag nun her ?

    Macht weiter mit der guten Arbeit und wenn erst die Linken und die Grünen 100% transparent sind dann können es ja die Piraten auch evtl schaffen

  45. Jens Says:

    Sehr schade, aber Innovation wird eben auch immer blockiert

  46. Liberaler Says:

    Vielleicht solltet man das System mal der FDP vorschlagen. Die haben ja ein Führungsproblem. Vielleicht hilft, da ein wenig mehr Demokratie, als Alternative.

  47. Stefan Says:

    Vielen Dank für Eure Arbeit. Und danke auch, dass Ihr trotzdem an dem System weiterentwickelt. So können vielleicht Vereine, Stiftungen u.ä. von Eurer Arbeit profitieren und das erproben, wozu die Betonköpfe in unserer Partei nicht in der Lage sind.
    Vielleicht finden wir dann ja irgendwann auch zur Vernunft zurück.

  48. Thomas Says:

    Ein trauriger Tag. :/

  49. Heinz Egger Says:

    Es ist wie so oft:

    Die, die am Anfang am lautesten nach Demokratie und Mitbestimmung schreien, werden dann, wenn sie in ihren Möglichkeiten eingeschränkt werden könnten, am lautesten gegen Offenheit und Transparenz sein. Und alle Gründe der Welt dagegen erfinden.

  50. Sympatisant Says:

    Sehr schade, dass das eingestellt wurde.

    Wird es denn zumindest für die Berliner Piraten im Einsatz bleiben?


  51. Gibt es eigentlich testbare Prototypen der Software?

    [Weitere Infos zur Software: Auf der Projektseite]

  52. exwähler Says:

    “Datenschutz, Liquid Democracy, Grundeinkommen”, das wären für mich die drei brennenden, modernen Themen gewesen, wegen denen ich euch einmal gewählt habe, und weiterhin hätte. Leider wurde daraus nun aber “Nicht links nicht rechts, mit Bodo, und Seippenbusch”.

    Sorry, das ist nicht mehr meine Tasse Tee. Vermutlich habt ihr ein paar Maulwürfe in der Partei, denen am Gedeihen der Piraten nicht gelegen ist, und/oder paar selbstverliebte Wichtigtuer. Ich werde bis auf weiteres also keine Piraten wählen, aber seid gewiss, dass es an euch hier sicher nicht gelegen hat. Möge es bald bessere Orte für diesen faszinierenden E-Demokratieversuch geben.

    Jedenfalls Danke!

  53. dot tilde dot Says:

    demokratie ist anstrengend. vielen dank für euren aufopferungsvollen einsatz!

    ich wünsche uns allen, dass die ergebnisse eurer arbeit die entwicklung demokratischer werkzeuge und verfahren befördern werden.

    .~.

  54. Oliver Says:

    Also gibt es jetzt Geklüngel im Parteivorstand im Hinterzimmer? Super Sache, da kann ich dann auch CDU wählen. Da weiß ich wenigstens, dass ich besch*ssen werde.

    Trotzdem danke an Eure Arbeit.

  55. Harald Says:

    Nehmt die Steine, die euch in den Weg gelegt wurden, als Hinweis WIE GUT das System funktioniert.

    Entwickelt die Software weiter!
    Wenn sie gut ist, wird sie auch ohne Unterstützung einer Partei funktionieren 😉

    Danke für die grossartige Arbeit!

  56. Frank Says:

    Anonymisierung am ****. Es war doch gerade die Hoffnung endlich mal transparente Politik zu machen.
    Die Ausrede vom Datenschutz hat Format einer CDU-Ausrede. Wurdet Ihr von denen unterwandert?
    Es tut mir Leid. Aber das enttäuscht mich fast so sehr, wie die Politik Obama’s. Hohe Erwartungen – doch dann gar nichts mehr.
    Schade ist gar kein Ausdruck.

  57. Lama Says:

    Danke! ich hoffe dass nun endlich (!) Liquid Feedback nicht mehr mit Liquid Democracy gleichgesetzt wird und auch andere Softwarelösungen (wie etwa Adhocracy oder BasDem) Beachtung finden.

    Monokulturen sind und waren schon immer schlecht, vielleicht kommt das nun auch in Teilen der Piratenpartei an.

    Man sollte sich nicht auf einen Weg festlegen, sondern auf ein Ziel.

    Dennoch Euch vielen Dank für Euren Einsatz für die Partei

    Lama

  58. NetReaper Says:

    Zum Thema Liquid Feedback ist schon alles gesagt worden, nur noch nicht von Jedem.

    Vorab: ich halte es für eine gute Idee (eigentlich die einzig akzeptable) Liquid Feedback als ein Tool für die Allgemeinheit weiterzuentwickeln.

    Und jetzt zu den Argumenten, einfach mal hier lesen, eine sehr gute Zusammenfassung von fefe:
    http://blog.fefe.de/?ts=b23e7899
    http://blog.fefe.de/?ts=b23f68fa

    Von Anfang an warnten die LQFB Kritiker davor, dass aus dem LQ ein Wahlcomputer gemacht werden sollte – und leider ist genau das geschehen. Etwas, das man allerdings nur dem Bundesvorstand ankreiden kann, nicht den Entwicklern.

    Und was die ach so große Zustimmung zum Liquid Feedback angeht, hier mal die ernüchternde Realität:

    “Es gibt etwa 13k Mitglieder, an LF angemeldet sind etwa 3.100, von denen haben aber etwas über 1000 noch nie etwas in LF getan, bleiben etwa 2000 übrig, die schon mal tätig waren. Aktiver (d.h. mindestens 10 verschiedene Dinge) waren bislang etwa 1000 Leute, d.h. weniger als 10% aller Mitglieder. Bei Abstimmungen gibt es in der Regel etwa 400 Stimmen (d.h. 3-4% aller Mitglieder beteiligen sich in LF pro Initiative)”

    Und das war lange vor dem Parteitag in Chemnitz, mittlerweile dürften es noch weniger sein.

    Übrigens ist meine persönliche Erfahrung wider erwarten sogar recht positiv. Die Initiative, zu der ich eine Anregung geschrieben habe, schaffte es (vielleicht sogar deswegen?) beim Bundesparteitag in Chemnitz als Positionspapier angenommen zu werden. Es ging um Antrag GP134: http://bit.ly/atqGw5

    🙂

  59. eric danielski Says:

    gut, dass es weiter geht.

  60. twitgeridoo Says:

    Ich hoffe LQFB wird sich weiterhin gut entwickeln, denn es ist und bleibt ein großartiges Tool.

    Vielen Dank für euer Engagement!

  61. andi Says:

    Die Entwickler müssen sich den Wünschen des Auftraggebers beugen. Das wolltet ihr nicht tun. Jetzt seid ihr beleidigt. Der BuVor hat sich auch nicht mit Ruhm bekleckert. Könnt ihr eure persönlichen Probleme nicht beiseite legen und/oder euch vertragen?

    • etz_B Says:

      Wie bitte? Auftraggeber? Die Entwickler haben ihre Arbeit ehrenamtlich erledigt. Sie hatten genau keinen Auftrag, das Tool zu entwickeln. Wie so oft in der Partei haben sie mit der Entwicklung angefangen, weil viele andere viele Worte darüber verloren hatten, aber nichts zustande brachten.

      Und wer soll denn hier als »Auftraggeber« angesehen werden? Ein Seeigel voller Destruktivität? Oder ein BuVo, der leider zu Teilen bis heute keine Ahnung von dem System hat? Um einer Rolle als »Auftraggeber« gerecht werden zu können, wäre es nötig gewesen, Möglichkeiten und Chancen des Tools auszuprobieren. Dafür waren sich aber einige Herren des BuVo offensichtlich zu fein.

    • gpkvt Says:

      Natürlich sollte ein Entwickler die Wünsche des “Auftraggebers” umsetzen. Wenn jedoch der Auftraggeber sinnlose und kontraproduktive Wünsche an ein Produkt stellt muss man mit dem Kunden sprechen. Sieht er dann nicht ein, dass seine Forderungen kontraproduktiv sind, muss man sich überlegen welche Konsequenzen man darauf zieht. Im Zweifel steht man dem Auftraggeber nicht mehr zur Verfügung. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Auftraggeber nur einer unter vielen ist, oder wie hier, eine Software ehrenamtlich entwickelt wird.

    • Oliver Says:

      Andi, Du bist ein Vollpfosten. So das ist jetzt mal eine so richtig platte Antwort auf ein so richtig plattes Posting.
      So und jetzt können wir uns ja wieder vertragen?
      Ganz ehrlich, wenn man freiwillig seine private Zeit für ein Programm opfert das ein Tor in eine neue Zukunft aufstoßen kann, in dem es den Piraten eine Möglichkeit gibt sich endlich vom Sumpf abzuheben. Und dann wird der Wagen aber dermassen in den Dreck gefahren. Das sich solche wie DU, da noch erdreisten von Auftraggebern und Dienstleistern zu sprechen WIDERLICH! Das ist genau das was ich an der jetzigen Gesellschaft so abstoßend finde. Hier haben Piraten für Piraten etwas gemacht, da sagt man danke! Und nicht sowas ätzendes. Liquid Feedback funktioniert nur wenn man mit offenen Karten spielt, das ist der Punkt. Wer das nicht geschnallt hat, der hat den Schuss nicht gehört…

    • +#w Says:

      wer ist dieser “andi”? da wünscht man sich fast, daß hier ip’s geloggt werden, um mal rauszukriegen, aus welcher ecke diese angriffe gegen die piratenpartei kommen. npd? cdu?

    • gernot Says:

      “Die Entwickler müssen sich den Wünschen des Auftraggebers beugen.”

      “Alle Pflanzen und Jäger sind grün.”

      “Fett ist ungesund.”

      @andi: du hast keine ahnung. da wurde eine bestehende, in der entwicklung begriffene lösung mit vorsatz an die wand gefahren. von wegen auftraggeber.

    • Samael Says:

      Mit dieser völlig überzogenen Anspruchshaltung kannst du ja mal bei anderen Opensource-Projekten anklopfen gehen. Mich wundert es, dass die LQFB-Entwickler das Theater überhaupt solange mitgemacht und diese Personen mit ihren absurden Forderungen nicht aus dem Raum gelacht haben.

      Da hier weder ein Vertragswerk noch Geldfluß existiert obliegt es den Entwicklern, wie ihr Projekt aussehen soll. Wenn da etwas gefordert wird, was dem Geist des Projekts widerspricht, dann ist es nicht nur richtig sondern wichtig, dass diese Nö sagen. Die Anonymisierungskasper können ja einen Fork machen.

    • *plonk* Says:

      “Auftraggeber”. “Beugen”. Bei FOSS. hahahaha geh wek.

  62. etz_B Says:

    Ich kann den Schritt nur von ganzem Herzen bedauern. Doch ich verstehe ihn auch. Die Piratenpartei hat sich in dem zurückliegenden Jahr als ein dilettierender Hühnerhaufen herausgestellt. Professionelle Programmarbeit mit den Mitteln eines Kleintierzüchtervereins betreiben zu wollen, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. LiquidFeedback ist ein professionelles Tool, das im übrigen seine technische Leistungsfähigkeit vor dem Chemnitzer Parteitag bravourös unter Beweis gestellt hat. Die mangelhafte technische Verfügbarkeit des Wiki und des Piratenpad-Servers im Verlauf des gesamten Jahres 2010 spricht in eklatanter Weise gegen diese beiden technischen Hilfsmittel.

    Besonders ärgerlich finde ich den Kleinkrieg über Nutzungsbedingungen und Datenschutzerklärung für LiquidFeedback. Bis heute gibt es für die anderen Piratenmedien keine vergleichbaren Regeln. Auch das ist ein Armutszeugnis für die vermeintliche Datenschutzfraktion.

    Nein. Viele, die sich gegen LiquidFeedback wehrten, wollten lieber weniger Demokratie wagen. Es scheint ja so viel einfacher, in Hinterzimmern von Dorfgasthäusern zu kungeln. Wir sollten aber bedenken, dass die Altparteien uns in dieser politischen Technik um Längen überlegen sind.

    Die politische Chance der Piratenpartei besteht in Transparenz und Offenheit. Das gerät zur Zeit leider gerade aus dem Blickfeld.

  63. fRED Says:

    Ich mag euch auch ganz herzlich für die bisher geleistete gute arbeit danken.


  64. Macht doch einfach weiter wie bisher. Wenn die Linke Eure Software einsetzen kann werden es die Piraten auch. Falls Sie es wollen.

  65. Aleks Says:

    Das ist sehr sehr schade, aber leider verständlich.
    Wir fangen im LVHH (durch die etwas überraschende Neuwahl) gerade ernsthaft an, mit LQFB zu arbeiten – und was soll ich sagen, es tut.

    Man könnte (vor allem das UI) schon noch ein paar Dinge rundlutschen, aber wir können damit gut arbeiten.

    Bei so grundsätzlichen Problemen wie von den üblichen Aluhut-Trägern vorgetragen wäre ich wohl aber schon früher eingeknickt als Ihr.

    Vielen Dank für die grandiose Arbeit und den Versuch, Liquid Democracy in Software zu giessen.

    Aleks

  66. Thomas Says:

    Danke für die viele tolle Arbeit.


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